- Von Hippokrates und Paracelsus über die Botanik zur Pflanzenchemie
Diese Online-Seminar-Reihe in Kräuterheilkunde für Tiere eignet sich für all diejenigen, die neben den evidenzbasierten Anwendungen in der heute gängigen und wichtigen rationalen Phytotherapie über den Tellerrand hinausblicken und zusätzlich auch weniger bekanntes Wissen über die Pflanzen vor unserer Haustüre kennenlernen wollen.
Bäume und Sträucher Gemmotherapie & Co
Kräuterbücher, Kurse und Ausbildungen zur Phytotherapie gibt es viele, doch wer wirklich in die Heilkräfte der Natur eintauchen möchte, lernt bei uns noch mehr: In unserer praxisnahen Weiterbildung vermittelt Dir Dr. Christian Guse fundiertes Wissen über Pflanzenheilkunde – insbesondere jene Aspekte, die zwischen den Zeilen stehen und in herkömmlichen Lehrwerken oft verborgen bleiben.
Im Jahr 2026 widmen wir uns in einer zweiteiligen Kursreihe der Heilkraft von Bäumen und Sträuchern, die uns täglich begegnen und gleichzeitig essenziell für unser Ökosystem sind. Besonders spannend ist die Anwendung der Gemmotherapie, die mit jungen Pflanzenteilen – den Knospen oder sogenannten Phytoembryonen – arbeitet. Diese sind reich an Vitalstoffen, Wachstumsfaktoren und Enzymen und können die klassische Phytotherapie wirkungsvoll ergänzen. Die Methode nach Dr. Pol Henry eröffnet neue Möglichkeiten, die heilende Wirkung von Bäumen und Sträuchern für Menschen und Tiere zu verstehen und anzuwenden.
Im ersten Teil der Reihe steht die Baummedizin im Fokus. Du lernst ausgewählte Heilbäume wie Weißdorn kennen, der nicht nur das Herz-Kreislauf-System unterstützt, sondern auch emotionale Stärke und Vitalität fördern kann. Auch die Birke wird behandelt: Neben ihrer bekannten harntreibenden Wirkung besitzt sie Inhaltsstoffe in Rinde und Blättern, die die Hautregeneration unterstützen und heilend wirken können. Ergänzt wird dieser Seminarabend durch die Betrachtung von Edelkastanie, Linde, Walnuss und Eiche, deren Inhaltsstoffe von entzündungshemmenden über immunstärkende bis zu verdauungsfördernden Wirkungen reichen.
Im zweiten Teil richten wir den Blick auf Sträucher, deren Heilkraft oft unterschätzt wird. Holunder zeigt nicht nur antivirale und antioxidative Effekte, sondern kann auch das Immunsystem stärken und den Blutzucker regulieren. Boldo-Blätter wirken entkrampfend und unterstützen die Leber- und Verdauungsfunktion. Weitere Pflanzen wie Wacholder, Hamamelis und Rosmarin ergänzen das Seminarprogramm. Besonders Tierheilpraktiker profitieren davon, da viele dieser Pflanzen auch in der Pflanzenheilkunde für Tiere wertvolle Anwendungen finden, sei es zur Unterstützung von Immunsystem, Kreislauf oder Verdauung.
Wusstest Du beispielsweise, dass von der Bitterorange auch die Blüten arzneilich verwendet werden und ein mildes, aber sehr gutes Antidepressivum sind? Dass die Schafgarbe nicht nur ein wichtiges Magen-Darm- und Lebermittel ist, sondern auch bei Uterusblutungen und Influenza erfolgreich eingesetzt werden kann? Oder dass die Brennnessel eine anregende Wirkung auf die Enzymproduktion in der Bauchspeicheldrüse hat?
Grundlagenkurs
Warum sind die Werte von Hippokrates gerade heute wieder besonders wichtig und nach welchen Gesichtspunkten wählte Paracelsus seine Pflanzenarzneien aus? Wir beschäftigen uns mit der Geschichte und dem Wesen der westlichen Phytotherapie. Hierzu gehört auch ein unverzichtbares minimales Grundverständnis über den Aufbau und die Chemie von Pflanzen und ihren Inhaltsstoffen.
Moderne Erkenntnisse in Kombination mit dem wertvollen Wissen aus den Überlieferungen sollen vereint werden, um das Beste für unsere Patienten erreichen zu können.
Dieses Seminar ist Voraussetzung für alle Folgende.
Bitterpflanzen und aromatica
In diesem Seminar geht es um sechs Bitterstoffpflanzen, deren Arzneidrogen allesamt den sogenannten Amara aromatica zugerechnet werden. Somit werden bei diesen Heilpflanzen, nicht nur ihre Wirkungen durch Bitterstoffe, sondern auch durch ihren Anteil an ätherischem Öl von Bedeutung sein. Lass Dich ein auf eine spannende Reise, die weit über das Standardkönnen von Schafgarbe, Engelwurz, Wermut, Beifuß, Kalmus und Pomeranze hinausgeht.
Welches Wesen zeigen die Pflanzen bereits durch ihre Signatur? Wofür nutzten die großen Phytotherapeuten wie Paracelsus, Hildegard von Bingen oder auch Dioskurides eine Pflanze zu Zeiten, in denen es keine chemisch synthetische Medizin gab, und wird diese Verwendung durch heutiges Wissen und Beobachtungen bestätigt? Thematisiert werden zu jeder Pflanze ihre Botanik und Namensgebung (auch volksheilkundlich), die Inhaltsstoffe und ihre Bedeutung für die Wirkung in der Phytotherapie, sowie mögliche Einsatzgebiete mit Anwendungs- und Kombinationsmöglichkeiten in Rezepturen. Abgerundet und aufgelockert werden die Inhalte durch kleine Abstecher in Mythen, Legenden und Erzählungen zu den einzelnen Pflanzen und Herstellung von Bezügen zur chinesischen Medizin, der Aromatherapie oder manchmal sogar zu schamanischen Einsatzgebieten.
Das Grundlagenseminar ist Voraussetzung für dieses Seminar.
Der Dozent
Dr. Christian Guse hat von 1995 bis 2000 an der Universität Regensburg Pharmazie studiert. Anschließend promovierte er von 2001 bis 2005 im Fachbereich der pharmazeutischen Technologie, ebenfalls an der Universität Regensburg. Neben seiner Tätigkeit als Apotheker absolvierte er von 2007 bis 2010 eine Ausbildung zum Tierheilpraktiker. Seit 2010 betreibt Dr. Christian Guse seine eigene Kleintierpraxis in Neumarkt-St. Veit. Zusätzlich begann er 2012 als Dozent in der Seminarorganisation Sarah Mergen zu arbeiten.
Lerne von einem Experten auf seinem Gebiet und profitiere von Dr. Guses umfangreichem Fachwissen und seiner langjährigen Erfahrung in der Pharmazie und Tierheilkunde.