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Erfahrungsbericht Pferdetaping - Fesselträger

Beim Pferdetaping handelt es sich um eine seit ca. 2007 therapeutische Methode, welche ergänzend zur allgemeinen Pferdephysio- und Osteopathie eingesetzt wird.

Nachfolgend berichtet Katharina, Pferdephysiotherapeutin mit einer Ausbildung im flexiblen Pferdetaping nach Heinbokel & Rudde (Maia-Medical) von einem besonderen Fall:

„Ich habe seit einiger Zeit eine 6-jährige Warmblutstute in Behandlung, die von Ihrem Besitzer ausschließlich zwei bis dreimal in der Woche als Freizeitpferd in eher bergigem Gelände geritten wird. Sie steht mit neun weiteren Stuten auf der Sommerweide und hat im Winter eine großzügige Außenbox mit Paddock.

Im letzten August bemerkte der Besitzer, dass die Stute beim bergab gehen immer stärker mit dem linken Fuß vorne auftrat. Der Halter beobachtete die Problematik weiter und nach ca. 2 Wochen fiel auf, dass die Stute das hintere Bein links immer mehr entlastete. Erst war auch dort nichts zu erkennen, später wurden die Gallen ganz dick und fest.

Die vom Halter hinzugezogene Tierarztpraxis diagnostizierte einen Sehnenschaden bzw. eine Problematik mit dem Fesselringband.

Ich arbeite seit einiger Zeit mit der Tierklinik gut zusammen und so wurde die Stute mir zu physiotherapeutischen Behandlung anvertraut.

Ich habe meine Behandlungen relativ schnell und ausführlich mit Tape-Anlagen ergänzt:

Mit Hilfe der Ligamenttechnik, einer Anwendungsmethode bei der das Tape als Unterstützung im Bereich der Ligamente dient (daher auch der Name) habe ich sowohl lateral, als auch medial der Beugesehnen und des Fesselträgers jeweils einen I- Zügel angelegt. Das war in dem Bereich gar nicht so einfach, da durch die Weidehaltung auch oftmals die Gliedmaße feucht sind / waren und dies zunächst zu einer eingeschränkten Haltbarkeit geführt hat. Daher habe ich die Anlage auch nicht direkt auf die Sehne geklebt, sondern mir eine etwas abweichende Anlage überlegt:

Die Förderung der Propriozeption und Durchblutung im Sehnenbereich ist mit der Anlage so auch gut gewährleistet und das Tape gibt auch eine verbesserte Stabilität, welche nicht durch die Festigkeit bzw. Fixation des Gelenkes durch Tapes, sondern durch eine verbesserte Wahrnehmung entsteht.

Zur besseren Haltbarkeit habe ich dann sowohl proximal als auch distal die Fixierung mit je zwei weiteren I-Zügel ohne Zug vorgenommen.

Nach bereits zwei Tagen merkten wir, dass die Stute das Bein wieder belastete und das Gangbild sich verbesserte. Die Gallen wurde von Tag zu Tag weicher. Ich habe die Anlage dann nach ca. jeweils 5 tagen noch einmal erneuert. Zum Einen, damit es wieder gut hält, zum anderen, damit neues Material mit neuem Stretch wieder einen frischen „Therapiereiz“ setzen konnte.

Wir alle sind mit dem Behandlungsverlauf sehr zufrieden gewesen, seitdem habe ich die Stute noch viermal beklebt, immer dann wenn der Besitzer den Eindruck hatte, dass sich die Problematik wieder etwas verschlechterte. Er ist mit seinem Pferd aber schon seit letztem November wieder gemäßigt unterwegs und reitet.“

Das Pferdetaping nach Heinbokel & Rudde kann man auch bei Sarah Mergen lernen. Vor Ort sind in der Regel 1-2 Dozenten aus dem Team der Maia-Medical. In den Kursen werden hochwertige Tapematerialien verwendet und die Originalskripte aus den Maia-Medical Fortbildungen ausgegeben. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sich als ausgebildeter Therapeut auf die Therapeutenliste auf www.pferdetaping.de eintragen zulassen.

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Disto – proximo – distale Hufbalance Die wechselseitige Beziehung von Hufbalance und Muskelspannung

Die Korrektur von Hufdysbalancen hat langfristig mehr oder weniger Erfolg. Auch der beste Schmied kann einem schiefen Huf oftmals nur kurzfristig helfen. Wenn der nicht regelmäßig, also spätestens nach 6 Wochen zur Korrektur des Hufes kommt, beginnt die Herstellung der Balance immer wieder von vorn.

Umgekehrt kommt manchmal ein schlechter Schmied zu einem Pferd, welches gerade Hufe hat. Obwohl der Schmied nur mittelmäßig arbeitet,  bleibt langfristig die natürliche Hufbalance des Pferdes erhalten, obwohl der Schmied den Huf nicht korrekt gestellt hat.

Andererseits ist eine positive Veränderung der Hufbalance in Richtung Physiologie zu beobachten, wenn ein Pferd ein adäquates Trainingsprogramm bekommen hat, oder wenn Haltungsbedingungen optimiert werden.

Aber auch Pferde die eine vortreffliche Hufbalance aufwiesen, bekommen langfristig eine schlechte Hufstellung, wenn das Pferd ein unsachgemäß geritten wird, oder gar nichts mehr tut, oder in einen für das Pferd nicht passenden Stall wechselt. Die Verschlechterung der Hufbalance kann auch der gute Schmied nicht verhindern.

Auch beobachte ich, dass ein sehr guter Schmied ein schlechtes Pferd und einen schlechten Reiter lange Zeit bei bedingter Gesundheit erhalten kann. Ein mittelmäßiger Schmied richtet das schlechte Pferd mit dem schlechten Reiter schnell zu Grunde.

„Ohne Huf kein Pferd“, das stimmt, man kann es aber auch umdrehen:

„Ohne Pferd kein Huf!“

Bei der Massage von Muskeln und bei der Lockerung von Wirbelgelenken spürt man sehr genau die Muskelspannung des Pferdes. Dabei entdeckt man, dass Pferde mit bestimmten Hufstellungen, bestimmte Blockierungen mit typischen Muskelverspannungsmustern aufweisen. Bei einigen Hufstellungen fühlt sich das Pferd locker an, bei anderen Hufstellungen sehr hart. Aber auch das  Management des Pferdes, seine Haltungsbedingungen, die Art der Nutzung oder Nicht-Nutzung des Pferdes spiegelt sich im Muskel-Skelett-System des Pferdes wider.

Meine Beobachtungen der Hufbalance zum proximalen System und umgekehrt in nun mittlerweile 19jähriger Arbeit als Pferdephysiotherapeutin mit Behandlung von über 1000 Pferden konnte ich mit Hilfe vom Studium von alten Lehrbüchern über die Huf- Gliedmaßenbalance in logischer Biomechanik zusammensetzen. Das hilft, das Pferd noch besser über seinen aktuellen Zustand seines Bewegungssystems beurteilen zu können, um so gezielter Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Wie die Muskulatur des Rumpfes die Form des Hufes verändert - Proximo-distale Balancestörungen

Grundsätzlich ist das Skelettsystem des Pferdes in zwei Teile zu trennen:

Die Gliedmaßensäulen mit
                        - Schulterblatt,
                        - Oberarm,
                        - Radius,
                        - Carpus,
                        - Metacarpus,
                        - Oberschenkel,
                        - Unterschenkel,
                        - Tarsus, Metatarsus und jeweils den Phalangen
                        
Das Achsenskelett mit
                        - Halswirbelsäule,
                        - Brustwirbelsäule,
                        - Brustkorb,
                        - Lendenwirbelsäule
                        - Becken

Die Gliedmaßen haben aufgrund ihrer Winkelung immer die Tendenz, einzufallen. Dagegen haben die Vordergliedmaßen- und Hintergliedmaßensäulen jeweils eigene  Mechanismen entwickelt, sich aufrecht zu halten. Man nennt es die „aktive und passive Stabilisation der Gliedmaßen“. Muskeln, die an der Aufrechterhaltung der Beine beteiligt sind, setzen teilweise am Rumpf an. Haben diese Muskeln eine hohe Spannung, heben diese den Trachtenbereich besser an. Haben die Aufrichtemuskeln eine schlaffe Spannung, erhöht sich der Druck auf den Trachtenbereich.

Im Wesentlichen wird die Hufform von der Spannung und der Gewichtsverschiebung des Rumpfes geprägt.

Beispiel 1)

Ein abgesackter Rumpf, wie von mir mit „Trageerschöpfung“ beschrieben („Manuelle Therapie der Wirbelsäule“ Sonntag Verlag 2014, „Illusion Pferdeosteopathie“ WuWeiVerlag 2011), ist charakterisiert mit einer erschöpfter Brust- und Bauchmuskulatur. Diese ist neuronal gekoppelt mit den langen Beugesehnen (ventrale Flexorkette). Die schlaffe Spannung in den Beugesehnen lässt die Fessel tiefer sinken, der Druck auf den Trachtenbereich erhöht sich. Das Trachtenhorn wird gequetscht, die Trachte wird flacher. Das erhöht die Spannung auf die Aufhängebänder des Strahlbeines, dem Strahlbein selbst, den Fesselträger, den Gleichbeinen und natürlich auf den Beugesehnen. Diese schmerzhafte Spannung verbietet es den langen Beugesehnenmuskeln kräftig anzuspannen. Neuronal sind daran die Brust- und Bauchmuskeln gekoppelt, dessen Tonus zur Kontraktion nachlässt, der den Brustkorb wieder anheben könnte. Der Druck auf die Trachten bleibt.

Beispiel 2)

Rückenschmerzen veranlasst das Pferd die Hinterhand tiefer zu halten. Das entlastet die Wirbelgelenke und die Nervenaustrittslöcher. Die Metatarsalia (hinteren Röhrbeine) stehen nun so aber nicht mehr vertikal, sondern sind unter den Bauch gezogen. Das schafft auch mehr Stabilität im Rücken. Die Folge ist jedoch ein erhöhter Druck auf den Trachtenbereich. Die Trachten flachen ab.

Beispiel 3)

Ein Pferd mit breiter Brust wird zu früh mit zu viel Reitergewicht in einer zu langen Tragzeit belastet. Die breite Brust neigt von Natur aus dazu, nach unten hin zwischen den Vorderbeinen abzusacken, da die innere Brustmuskulatur einen weiteren Weg hat. Ein solches Pferd neigt dazu, zur Stabilisation seiner Brust sich auf die Außenkanten der Vorderhufe zu stützen. Das drückt das Außenhorn zusammen, das Innenhorn wächst länger, der Huf dreht sich zeheneng.

Einseitige Störungen in der medio-lateralen Balance sind stets durch Gewichtsverlagerungen des Körpers zur weniger schmerzenden Seite bedingt.

Beispiel 4)

Jeder Mensch macht es und jedes Pferd auch: Schmerzt es an einer Körperseite, benutzt man einfach die andere. Dabei sind es nicht nur Schmerzen, sondern bereits ein leichtes Unbehagen, ein Ziehen, etwas weniger Kraft, ein kleine Gelenkreizung, die dazu führt, dass man unbewusst die andere Seite bei der Lastaufnahme bevorzugt. Oftmals werden diese vom Besitzer nicht wahrgenommen. Beim genauen Hinsehen erkennt man im Schritt eine verkürzte Stützbeinphase am gereizten Bein. Außerdem kann man beim Betrachten des Brustbeines vorn sowie der Beckenhöhe hinten erkennen, ob und welches Bein das Pferd als Standbein benutzt und welches geschont wird. Diese Beobachtung ist unabhängig von der Händigkeit des Pferdes. Das Standbein neigt zur Stauchung des Außenhorns, aber insgesamt zur ausgeglicheneren Hufform mit regelrechter Trachtenhöhe, während des weniger belastete Bein entweder ausgesprochen flach oder hoch gestellt ist.

Wie die Bewegung die Form des Hufes beeinflusst

Das in der Natur belassene wilde Pferd bewegt sich täglich zwischen 10 – 40 km. Die meiste Zeit davon grasend. Während der entspannten Schrittbewegung wird zunächst der Trachtenbereich belastet, dann gleitet der Schwerpunkt des Hufes langsam noch vorn über die Mitte des Hufes bis zur Zehenspitze. Dabei wird gleichsam das Horn gleichmäßig massiert. Jeder Hufteil bekommt einmal Druck, dann wieder Entlastung. Während des Abrollens über die Zehe wird der Trachtenbereich natürlich angehoben. Das Trachtenhorn wird für einen Moment Druckfrei. Bei regelmäßiger Bewegung kann sich das Trachtenhorn so gut entwickeln. Beim Grasen ist der Hebemoment der langen Beugesehnen an den Trachten sogar noch länger wirksam, da die Beugesehnen beim Absenken des Halses gedehnt werden.

Steht das domestizierte Pferd aber die meiste Zeit des Tages herum, z.B. in der Box, im Paddock oder Laufstall, muss es nun seinen Hals und seinen Rücken aktiv halten. Die Spannung der haltenden Rückenmuskeln verlagert den Schwerpunkt des Pferdes etwas weiter nach hinten, als wie es beim Grasen der Fall war. Das Trachtenhorn wird nun nicht wie beim Grasen rythmisch entlastet, sondern nun vielmehr andauernd belastet. Durch das „Herum-Stehen“ wird die Trachte an Vorder- und Hinterhuf flacher.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Die Rumpfspannung hat Einfluss auf die Hufstellung. Ein erschlaffter Rumpftonus macht flache Hufe, ein verspannter Rumpftonus macht steile Hufe. Ein trageerschöpfter Rumpf macht flache Trachten. Bewegungsmangel macht flache Trachten und lange Zehen. Schmerzen an einem Bein oder im Rücken lassen das Gewicht des Pferdes zur anderen Seite verschieben. Das verursacht ein schiefes Hufwachstum. All diese Faktoren führen zu Erkrankungen in den Gliedmaßen.

Eine Erkrankung der Gliedmaße führt zu einem flachen oder steilen oder schiefen Huf, die Aufrichtung des Rückens ist erschwert.

Nur durch die Zusammenarbeit aller am Pferd beteiligen Personen ist es möglich, die Hufbalance im optimalen Zustand zu erhalten. Und nur dann wenn die Hufbalance stimmt, kann das Pferd in den Beinen gesund bleiben.

Artikel zum Download von Tanja Richter

Cranio-Sacrale Therapie bei Ataxie

Manchmal sieht es aus, als würde man „nur Hand auflegen“ – doch die Cranio-Sacrale Therapie ist viel mehr als nur das. Sie ist eine sanfte Therapie, die energetisch und manuell den gesamten Körper harmonisieren und Selbstheilungskräfte aktivieren kann.

Ich habe ihre Wirkung besonders intensiv bei einem Pferd mit spinaler Ataxie („Wobbler-Syndrom“) verfolgen dürfen.

Der Wallach war noch sehr jung und litt unter mittel-bis hochgradiger Ataxie. Die Hinterhand – und Rückenmuskulatur waren stark atrophiert, das Gangbild typisch: Bereits auf gerader Linie zeigte er eine deutliche Unsicherheit in der Hinterhand, schwankenden Gang und fußte mit wenig Raumgriff und schleifender Hufspitze auf. Große Wendungen brachten ihn deutlich ins Ungleichgewicht und enge Wendungen waren kaum möglich. Rückwärtsrichten konnte man den Wallach, als er mir erstmals vorgestellt wurde, überhaupt nicht. Der Schweif hing schlaff herab und pendelte in der Bewegung kaum. Zur Ursache konnten die Besitzer wenig sagen.

Bei der ersten Behandlung fiel ein deutlich verlangsamter Cranio-Sacraler Rhythmus auf. Berührungen am Kopf waren dem Wallach unangenehm. Durch die atrophierte Muskulatur waren insbesondere das Becken und das ISG überaus instabil, die Halswirbelsäule dagegen war fest und unbeweglich, das Zungenbein blockiert.

Erst nach der Behandlung am Sakrum war es überhaupt möglich, die Kopfregion genauer zu untersuchen und letztlich auch zu behandeln. Arbeit mit den Diaphragmen ließ er beim ersten Mal nicht sofort zu und wurde unruhig – beim zweiten Termin konnte er sich darauf einlassen.

Unmittelbar nach der ersten Behandlung wirkte die Oberlinie des Wallachs deutlich harmonischer, der Rücken freier, die Hinterhand trat etwas mehr unter den Schwerpunkt und die Zehenspitze wurde nicht mehr über den Boden geschleift. Er lief im Schritt ausbalancierter. Zum Trab konnte man ihn an der Hand noch nicht auffordern.

Begleitend zur Behandlung, wurde mit dem Wallach vom Boden ausgearbeitet. Anfangs ging es um simple Bodenarbeit, die Grundlagen wie Antreten und Anhalten, sowie Rückwärtsrichten und große Wendungen sowie einzelnde Bodenstangen beinhaltete. Allein das Anhalten aus dem Schritt war zu Beginn schwankend und nicht prompt.

Bereits nach der zweiten Cranio-Sacralen Behandlung konnte er am Punkt anhalten und auch zügig wieder antreten ohne zu schwanken. An der Doppellonge (gebisslos) kam es in Zusammenhang mit der Therapie ebenfalls zu sichtbaren Verbesserungen. Einfache Handwechsel auf großen Linien fielen dem Wallach leichter, er war anzutraben und fand sein Gleichgewicht auch auf dem Zirkel. Der schleifende Schritt wurde stets nach den ersten paar Minuten besser. Bald konnte man ihn über Trabstangen und Cavaletti longieren. Der anfangs teilnahmslose Wallach taute mehr und mehr auf. Er begann, auf der Koppel zu galoppieren, zu bocken und sich zu wälzen, was er zuvor nicht getan hatte. Die Vergesellschaftung mit einem anderen jungen Wallach gelang, und beide spielten zeitweise recht wild miteinander. Der Patient selbst begeisterte die Besitzer und mich, als er seinen Weidefreund anstieg und sich dabei um die eigene Achse drehte, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Als ich den Wallach das letzte Mal behandelt habe, konnte er bereits in allen drei Grundgangarten longiert werden, und auch Trabvolten gut ausbalancieren. In der Bemuskelung hatte er sich deutlich zum Positiven verändert und zeigte nun neben ausgeprägter Hinterhandmuskulatur auch tragende Rückenmuskeln. Er diskuktierte hin und wieder bei der Arbeit, konnte auch plötzlich im Trab auf der Hinterhand umkehren und die Hand wechseln, ohne aus dem Gleichgewicht zu geraten, und der Trab war raumgreifender geworden. Die Ataxie war in ihrem Schweregrad insgesamt deutlich weniger ausgeprägt und der Wallach hatte wieder Energie und Freude bei derArbeit.

Die Besitzer berichten mir noch ab und zu, dass er weiter Fortschritte macht und sind froh, diesen alternativen Weg, zusätzlich zur Schulmedizin, eingeschlagen zu haben.

Für mich stellt die Cranio-Sacrale Therapie daher bei Ataxien eine chancenreiche Behandlungsform dar, die durch ihre sanfte Art für den Patienten nicht nur therapeutisch hilfreich, sondern auch wohltuend ist.

Artikel zum Download von Manuela Nufer (April 2015)

Einblick in einen Tiertaping-Kurs der Maia|Medical

Bei Hundetaping-Kurs der Maia|Medical lernten die Teilnehmer unter der Anleitung unserer Mitarbeiterinnen erste Anlagemöglichkeiten von flexiblen Tapes beim Hund kennen.

Nach einer Einführung in die Theorie, Methodik und Techniken stand das praktische Lernen im Vordergrund. Dabei wurde auch auf das sichere Arbeiten für Hund und Mensch Wert gelegt. "Das Besondere beim Hundetapen sind außerdem die enormen Größenunterschiede", berichtet Dozentin Manuela Geßner über die getapten Hunde im Kurs. "So haben wir sowohl einen Jack Russel-Terrier, als auch eine deutsche Dogge und andere große Hunde im Kurs beklebt". "Das war eine gute Idee", pflichtet Ihr eine Kursteilnehmerin bei. "Ich habe mich zuerst schon mit den benötigten Tapelängen und Größen verschätzt..."

Während einer gemeinsamen Mittagspause entstanden in der Runde bereits eigene Tapeideen zu konkreten Fällen aus der Praxis einer Teilnehmerin. "Lasst es uns gleich einfach ausprobieren" ermunterte Kursdozentin Petra Corrado die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Daraufhin wurde am Nachmittag spontan eine konkrete Anlage zu einem weiteren Fallbeispiel entwickelt.

Während des Exkurses zu den Muskeltestungen zeigte sich eine teilnehmende Biologin und Tierphysiotherapeutin verblüfft: „Ich hätte niemals damit gerechnet, dass es so toll funktioniert. Es fehlen zwar Studien zu diesem Thema und ich kann es mir nicht so ganz schlüssig erklären, aber es wirkt aus meiner Sicht sofort! Hier gilt wohl: Wer heilt ,hat Recht!“

Nach einem erfolgreichen und intensiven Tag erhielten die Teilnehmer abschließend ihr Kurszertifikat und machten sich mit viel Input auf den Nachhauseweg.

"Ich finde schön, dass alle Kursdozenten viel Wert darauf legen, auch auf individuelle Fragen und Fälle aus den Praxen der Teilnehmer umfassend einzugehen. Endlich habe ich auch eine Therapie- Idee für meinen eigenen Labrador – das werde ich morgen gleich Zuhause ausprobieren", verabschiedete sich eine Teilnehmerin am Ende des Kurses.

Quelle aus www.tiertaping.de / Artikel zum Download

Viszerale Osteopathie

Vor einigen Jahren erhielt ich einen Anruf, dass ich ein Pferd behandeln soll und zwar so schnell wie möglich, da man das Pferd nicht unnötig leiden lassen möchte und es sonst am nächsten Tag eingeschläfert wird. Ich bin am gleichen Tag hingefahren und fand einen 22jährigen sehr dünnen Haflinger vor, der seit geraumer Zeit in tierärztlicher Behandlung war inkl. 14tägigem Klinikaufenthalt wegen rezidivierender Koliken. In der Klinik war man sehr ratlos und sagt nur, dass der Blinddarm komplett zusammen gefallen war und nicht mehr richtig arbeiten würde. Sollte das Pferd wieder koliken, empfahl man die Euthanasie.

Leider fing das Pferd 2 Tage nach der Klinik wieder an zu koliken, das war der Tag, wo der Besitzer mich anrief. Da das Pferd sehr geschwächt war, wollte ich nicht zu viele verschiedene energetische Reize setzen und hab daher rein viszeral-osteopathisch gearbeitet. Eigentlich war das Pferd sehr berührungsempfindlich im gesamten Abdomen, jedoch lies es sich die Behandlung ohne Probleme gefallen. Ich habe die verschiedenen Bereiche durchgetestet und spürte energetische Dysbalancen im Bereich Leber und Magen - mehr noch als im Blinddarm. Die Leber war starr und bewegungslos, durch sanfte Impulse konnte ich sie jedoch lösen und wieder in Bewegung bringen. Nach der Behandlung der Leber, brauchte das Pferd ca. 10 Minuten Pause, bevor ich weiter behandeln konnte. Beim Magen war es ähnlich. Auch nach der Behandlung brauchte es wieder eine kurze Pause. Erst sah es aus, als wenn es wieder in die alten Kolikmuster zurückfallen würde und sich hinlegen wollte, aber er blieb dann doch stehen und duldete auch die Behandlung des Blinddarms. Dieser wirkte sehr schlapp und weich, Bewegung war auch so gut wie gar nicht fühlbar. Nach der Behandlung konnte ich jedoch wieder etwas Bewegung wahrnehmen. Direkt nach der Behandlung forderte das Pferd Futter ein - was er vorher strikt verweigert hat.

Bei der gesamten Behandlung wurde ich das Gefühl nicht los, dass das Pferd eine Vergiftung hatte, auch hier wollte ich nicht zu viel auf einmal machen und verschrieb ein Basenpulver, gab ein homöopathisches Mittel und verordnete alle 2 h für die nächsten 48 h etwas Mash anzubieten und dann langsam wieder auch Heu zu füttern. Bisher hatte das Pferd nach jeder Gabe Heu zu koliken begonnen.

Ca. 1 Woche nach der Behandlung bekam ich eine Nachricht von den Besitzern, dass es dem Pferd deutlich besser gehen würde. Er frisst wieder Heu, legt sich viel hin zum schlafen, aber allgemein sieht man eine deutliche Besserung. Er brauchte keine weitere Behandlung und lebt nun seit 2 Jahren auf einem Hof, der zum Gut Aiderbichl gehört. Der Besitzer besucht ihn dort immer mal wieder und freut sich - genauso wie ich mich auch - dass es ihm mit mittlerweile 27 Jahren immer noch richtig gut geht.

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